Wintersonnenwende – Die längste Nacht des Jahres

Am 21. Dezember versinkt die Nordhalbkugel in tiefster Dunkelheit. Die Wintersonnenwende beschert uns in unseren Breiten damit heute wieder den kürzesten Tag des Jahres. Die Sonne erreicht ihren tiefsten Stand im Jahreslauf in Bezug auf den Meridiandurchgang, sprich dem Moment, in dem ein Himmelskörper den Meridian überquert. Damit beginnt der astronomische Winter. Wie die berühmte Kultstätte Stonehenge in England belegt, waren bereits die prähistorischen Menschen in der Lage den Tag der Sonnenwende zu bestimmen.

Die Sonnenwende und ihre Legenden

Weltweit ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden, um diese finstere Nacht. Einige erzählen von grausamen Opfern heidnischer Völker, um den Blutdurst ihres Sonnengottes zu stillen. Historisch zu belegen sind diese nicht. Nachgewiesen ist dagegen, dass Galileo Galileis Schicksal eng mit der Sonnenwende verknüpft ist. Ihm kam unter anderem die Entdeckung der astronomischen Ursachen der Sonnenwende teuer zu stehen. Mit seinen Theorien des heliozentrischen Weltbildes und des Sonnensystems, die den biblischen Darstellungen widersprechen, versetzte er die katholische Kirche in Aufruhr. Das brachte ihm einen lebenslangen Hausarrest ein. Dabei soll auch der festliche Jahreskreislauf der katholischen Kirche von den Sonnenwenden geprägt sein. Das besagen zumindest verschiedene Theorien, die zum Teil heiß debattierte werden.

Sonnenwende – wie war das noch gleich?

Verblüffender Weise ist die Erde während des Winters auf der Nordhalbkugel näher an der Sonne als im Sommer, da die Erdlaufbahn elliptisch ist. Die Jahreszeiten hängen also nicht von der Entfernung zur Sonne ab, sondern von der Neigung der Erdachse zur Ekliptik – der scheinbaren Bahn der Sonne. Ursache für die Sonnenwende ist die Rotationsachse der Erde, die nicht senkrecht auf der Laufbahn steht, auf der sie die Sonne umkreist. Die Erdachse ist um 23,5 Grad geneigt, was zur Folge hat, dass jeweils eine Halbkugel der Erde ein halbes Jahr lang der Sonne zugewandt ist. Auf der Halbkugel, zurzeit der Südhalbkugel, ist dann Sommer. Auf der Nordhalbkugel ist es frostig. Mancherorts – wie im finnischen Lappland – fallen die Temperaturen sogar auf -30°. Im Dezember und Januar ist die Sonne hier überhaupt nicht zu sehen.

Zweimal im Jahr – im März und September – durchläuft die Erde eine Position, in der sich der Himmelsäquator und die Ekliptik schneiden.  An beiden Tagen ist der Tag genau so lange wie die Nacht, die sogenannte “Tag-und-Nacht-Gleiche”, auch Äquinoktium genannt. Läuft die Erde von diesen beiden Positionen jeweils 90 Grad auf ihrem jährlichen Weg weiter, so erreicht sie die Punkte der Sommer- und Wintersonnenwende.

Heutzutage verbinden die meisten von uns den Tag der Wintersonnenwende mit der Vorfreude auf mehr Tageslicht oder als Countdown, in Panik zu verfallen, um die letzten Geschenke vor dem nahenden Weihnachtsfest zu erhaschen. In diesem Sinne viel Spaß beim Shoppen und eine besinnliche Weihnachtszeit.

Bildquelle: pixabay.com